Plenum SENDUNG – „Kirche nach dem Ebenbild Jesu: Kontemplativ, mitfühlend und mutig“

Ein Plenum mit Bischof Steven Croft und Pastor Ingolf Ellßel.

Gott möchte, dass seine Kirche kontemplativ, mitfühlend und mutig ist. Das hat der Bischof von Oxford und Pionier für neue Gemeindeformen, Dr. Steven Croft, am dritten Tag des missionarischen Gemeindekongresses DYNAMISSIO am Samstag, 25. März, in Berlin hervorgehoben. Eine solche Kirche habe den Charakter Jesu: „Wir sind der Leib Christi in der Welt, und wir sind dafür bestimmt, wie er zu sein.“

Bei der Beschäftigung mit der Frage, wie eine Kirche nach dem Ebenbild Jesu aussehe, seien die Seligpreisungen der Bergpredigt im Matthäusevangelium ein zentraler Bibeltext, führte Croft aus: „Sie beschreiben den Charakter Christi. Kein einzelner Mensch kann so sein. Aber als Kirche zusammen können wir dieses Ideal anstreben und diese Eigenschaften verkörpern.“

Wenn die Kirche kontemplativ sei, habe sie drei Eigenschaften aus der Bergpredigt: Sie sei geistlich arm, sanftmütig und reinen Herzens. „Eine kontemplative Kirche ist tief verwurzelt in Christus, andächtig, hörend, reflektiert.“ Kontemplativ heiße, man habe „einen Lebensrhythmus mit einer Balance zwischen Gebet und Arbeit. Es bedeutet, der Welt zuzuhören, seine Augen zu öffnen.“

Eine im Sinne der Seligpreisungen mitfühlende Kirche sei barmherzig und trage Leid: „Sie leidet mit denen, die in der Welt Leid tragen. Mitfühlend sein heißt, unseren Nächsten wie uns selbst zu lieben, danach zu handeln und allen die bedingungslose Liebe Jesu weiterzugeben.“

Wenn das kontemplative Leben zum Handeln führe, dann geschehe dies „aus einem Herzen, das Gott selbst mutig macht. So finden wir Kraft für unsere Vision, unsere Evangelisation, die Gemeindegründung. Wir trauen uns, unmöglich erscheinende Dinge anzugehen.“ Eine mutige Kirche stehe für Frieden: „Europa braucht Friedensstifter mehr denn je.“ Sie hungere und dürste nach Gerechtigkeit und ertrage den Preis der Jüngerschaft: „Sie hält durch in ihrem Zeugnis des Glaubens in einer Welt, die den Glauben braucht.“

Mit Sicht auf das Reformationsjubiläum erläuterte Steven Croft, auch Martin Luther sei kontemplativ, mitfühlend und mutig gewesen. Und er habe versucht, die Kirche in diesem Sinne zu reformieren.

 

Pastor Ingolf Ellßel, Vorstandsmitglied der World Pentecostal Fellowship, ermutigte die Kongressbesucherinnen und –besucher, in ihrem Alltag verstärkt Gottes Liebe weiterzusagen und sich darin nicht von eigenen Unzulänglichkeiten einschüchtern zu lassen. „Ich wünschte, ich könnte noch mehr Zeit damit verbringen, mit dem ein oder anderen zu beten, dass seine Sprachlosigkeit und Menschenfurcht weicht, wenn es darum geht, Menschen mit Christus bekannt zu machen.“ Schon die Geschichten in der Bibel zeigten, dass Gott gerade die Schwachen sendet, sagte er unter anderem in Bezug auf Mose, Jesaja, Gideon und Jona, die alle auf Gottes Auftrag zunächst mit Zweifeln und Ablehnung reagierten. „Die, die sehr vorsichtig durchs Leben gehen möchten“, sagte Ellßel zu seinen Zuhörerinnen und Zuhörern, „werden sich wundern, dass Gottes Sendung nicht immer dieser Vorsicht entspricht.“ Zur Veranschaulichung erzählte er Beispiele aus seinem eigenen Leben, etwa wie ein Mitreisender im Zug nach nur zehn Minuten Gespräch mit Ellßel sein Leben an Jesus übergeben habe, weil diese Begegnung die letzte in einer Reihe von Impulsen in seinem Leben war, die ihn mit Gott bekannt gemacht hatten. „Missionsdynamiken“ nannte Ellßel das: „Was wir tun, ist nie vergeblich getan. Der Herr sendet sein Wort und es kommt nie leer zurück.“

Text: Michael Gruber und Julia Grundmann, DYNAMISSIO-Presseteam
Bilder: Mara Feßmann

Weitere Fotos finden Sie unter dynamissio.de/fotostream.

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