Im Angesicht des Todes

Glaubenserfahrungen der DYNAMISSIO-Sprecherin Ruth Padilla DeBorst.


Ruth Padilla DeBorst hätte allen Grund, wütend auf Gott zu sein. Die lateinamerikanische Theologin war mit ihrem Mann und ihren zwei kleinen Kindern auf einer abgelegenen Straße in den ecuadorianischen Anden unterwegs, als die Familie von Autodieben gestoppt wurde. Ihr Mann wurde bei dem Überfall erschossen. Ruth war damals im achten Monat schwanger. Das war vor 20 Jahren. Inzwischen ist sie eine der führenden Vertreterinnen des lateinamerikanischen Protestantismus und als Referentin in der ganzen Welt unterwegs.

Nach der Ermordung ihres Mannes habe sich für sie die Frage nach dem „Warum, Gott?“ ganz langsam in die Erkenntnis verwandelt, dass Gott mitten im Schmerz, im Leid und in der Dunkelheit dieser Welt zu finden sei, sagt sie. Und dass Christinnen und Christen aufgerufen seien, das Leid anderer mitzutragen, aber auch, für eine Änderung der Verhältnisse zu arbeiten. „Ganzheitliche Mission“ nennt sie das: Der christliche Glauben hat mit jedem Aspekt des Lebens zu tun, und zwar schon im Hier und Jetzt.

Profilierte Kongresssprecher

Wer mehr darüber erfahren möchte, kann Ruth Padilla DeBorst im März live in Berlin erleben: Sie ist eine der Hauptreferentinnen beim missionarischen Gemeindekongress DYNAMISSIO, der vom 23. bis 25. März unter anderem im Velodrom stattfindet. Träger unterschiedlichster evangelischer Frömmigkeitsrichtungen und gemeindlicher Traditionen haben sich zusammen getan, um diesen außergewöhnlichen Kongress zu veranstalten: Landes- und Freikirchen, Gemeinschaften, Werke und Verbände sind im Vorstand vertreten. Sie alle verbindet der Wunsch, einen neuen Blick auf die Themen Gemeinde und Mission zu werfen. Anregende Impulse dazu kommen von internationalen Gästen wie Ruth Padilla DeBorst oder dem englischen Bischof von Oxford, Steven Croft, so wie vom Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm, dem Präses des Gnadauer Gemeinschaftsverbandes Michael Diener oder Prof. Michael Herbst, namhafter Missionstheologe am Institut zur Erforschung von Evangelisation und Gemeindeentwicklung an der Universität Greifswald (IEEG).

Einer der Redner im Velodrom ist der baptistische Pastor Heinrich Christian Rust. Er ist seit vierzehn Jahren an der Braunschweiger Friedenskirche tätig. Seitdem ist die Gemeinde um 80% Prozent gewachsen. Ihr sozial-karitatives „Netzwerk der Nächstenliebe“ bietet Hilfe für Straßenkinder, Hausaufgabenbetreuung oder auch Sterbebegleitung und zeigt damit ganz konkret, was es heißt, für andere Menschen da zu sein – egal, ob sie Kirchenmitglied sind oder nicht. Als Test stellt Rust sich gern die Frage: „Was würde der Stadt und der Region Braunschweig fehlen, wenn es die Braunschweiger Friedenskirche nicht gäbe? – Das ist eine heilsame und hilfreiche Frage, wenn wir uns darüber klar werden wollen, wozu wir eigentlich als Gemeinde da sind.“

Warum und in welcher Form Christinnen und Christen wichtig sind für die Gesellschaft, wird man bei DYNAMISSIO auf ganz vielfältige Weise erkunden können. Neben zahlreichen Seminaren und Foren (unter anderem mit prominenten Vertretern aus Kultur und Politik), die das Programm im Velodrom ergänzen, öffnen rund 60 missionarische Praxisprojekte im ganzen Stadtgebiet ihre Türen. Wer dabei sein will, kann sich noch anmelden: www.dynamissio.de.


Zur Person

Ruth Padilla DeBorst

Ruth Padilla DeBorst ist Leiterin des Bereichs Spiritualitäts- und Leitungsentwicklung bei World Vision International, Costa Rica. Ihr Thema im Forum EVANGELIUM (FE 22): »FE22 / Evangelium für die Armen – Gerechtigkeit als Thema der Gemeinde«

Seien Sie dabei und erleben Sie Ruth Padilla DeBorst und viele andere interessante Sprecher beim missionarischen Gemeindekongress DYNAMISSIO in Berlin! Zur Anmeldung 

 

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