Forum mit Prof. Dr. Hans-Joachim Eckstein – „Das Wunder der Menschwerdung – Jesus mitten unter uns“

Dieses Forum hat ein anspruchsvolles Thema, noch dazu eines, das den Menschen in der heutigen Zeit, in der die Vernunft doch so betont wird, Probleme bereitet! So beginnt Prof. Dr. Hans-Joachim Eckstein seinen Vortrag über das Wunder der Menschwerdung Jesu Christi. Und doch hat sich niemand von dem Thema abschrecken lassen – im Gegenteil: Der große Konferenzraum im Evangelischen Werk für Diakonie und Entwicklung ist bis auf den letzten Platz gefüllt, etwa 180 Zuhörerinnen und Zuhörer sind gekommen.

Prof. Eckstein hält seinen Vortrag vollkommen frei – und redet einerseits präzise, wie gedruckt und gleichzeitig lebensnah und leicht verständlich. Die Anwesenden hören gebannt zu, denn die Worte haben es in sich. Dass Gott Mensch wurde, diesen Gedanken habe es in der Religionsgeschichte sonst nie gegeben, so Eckstein. Stets galt: Gott ist Gott, der Mensch ist Mensch. Doch wie sollte der Mensch dann eine Möglichkeit haben, Gott nahezukommen? „Kein Mensch kann durch seine Vernunft oder seinen Glauben Gott angemessen denken geschweige denn erreichen“, so Eckstein. Auch wenn man in der Schöpfung und der Geschichte Gottes Spuren erkennen könne, sei es nur durch die Menschwerdung Christi möglich, Heilsgewissheit zu bekommen. Doch mehr noch: „Gott ist die Liebe. Und in seiner Zuwendung zur Welt hat er den jeweils Einzelnen im Blick.“

Diese Liebe, die dem Individuum gilt, verändere Menschen – und das bis in unsere Zeit, so Eckstein: „Auch heute ist Gott durch seine Menschwerdung präsent, in Gestalt seiner Gemeinde.“ Die Christen heute seien berufen, „das zu sein, was Christus in vollkommener Weise war.“ Christus lebe in den Christen: „Jeder von uns, der glaubt, wird zum Spiegel und verkörpert das, wofür Christus steht. Gott wurde Mensch, damit wir an Gott teilhaben können.“

Nach dem Vortrag gibt es die Möglichkeit, Fragen zu stellen. „Vielleicht ist meine Frage ja zu schlicht“, sagt eine Frau, „aber ist diese Liebe Gottes immer gleich groß?“ Gilt diese Liebe manchen vielleicht mehr als anderen, oder wird man nach einer schlimmen Tat von Gott weniger geliebt? Paulus wurde vor dem Ereignis von Damaskus genauso geliebt wie danach, so Prof. Eckstein: „Es war vollkommene Liebe, und die ist nicht zu steigern.“

Text: Michael Gruber, DYNAMISSIO-Presseteam
Bilder: Simon Hesselmann

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