Auf Entdeckungsreise nach Berlin

Dynamissio: Ein ungewöhnlicher Kongress für Evangelisation und Gemeindeaufbau

Zum Reformationsjubiläum 2017 findet vom 23.–25. März der missionarische Gemeindekongress DYNAMISSIO in Berlin statt. Christen unterschiedlichster gemeindlicher Traditionen werden ein sehr ungewöhnliches Event auf die Beine stellen, voneinander lernen und einander inspirieren. Was hinter der DYNAMISSIO-Idee steckt und welche Impulse sie sich für die kirchliche Landschaft erhoffen, das erklären die DYNAMISSIO-Vorstandsmitglieder Karl-Heinz Zimmer und Ulrich Eggers im Interview. Das Gespräch führte Gotthard Westhoff.


Wie kam es eigentlich zum Kongress DYNAMISSIO?

Karl-Heinz Zimmer: Als die deutschen Teilnehmenden 2010 vom ›3. Kongress für Welt- ­evangelisation‹ der ›Lausanner Bewegung‹ in Kapstadt zurückkamen, wurde ihnen klar: Wir brauchen in Deutschland dringend einen neuen Impuls für Evangelisation und missionarischen Gemeindeaufbau. Ein Initiativkreis aus Leitern von Gemeindeverbänden und missionarisch ausgerichteten kirchlichen Werken entdeckten in Kapstadt also den großen Wert eines gemeinsam verantworteten Kongresses für unser Land. So fiel die Entscheidung, unter der Trägerschaft der ›Koalition für Evangelisation‹ in Deutschland, diesen Kongress anzustoßen.

Nun gibt es in unserem Land schon eine ganze Reihe christ­liche Kongresse. Weshalb jetzt noch eine weitere Konferenz?

Ulrich Eggers: Nun, Willow Creek Deutschland bietet ja regelmäßig einen Leitungskongress an, und der ›Kongress christlicher Führungskräfte‹ etwa wendet sich an Führungskräfte in der Wirtschaft. DYNAMISSIO will ein gezieltes Angebot zum missionarischen Auftrag lokaler Gemeinden machen. In dieser Form – sehr breit und zugespitzt zugleich – ist das bislang einzigartig und konkurriert auch nicht mit anderen Veranstaltungen.

Aber was genau macht DYNAMISSIO so anders und besonders?

Eggers: Die Teilnehmenden werden inspiriert durch einen Mix aus Plenar-Veranstaltungen im Velodrom, in bester Kongress- Qualität, wie viele sie bereits von Willow Kongressen kennen. Hinzu kommt eine Fülle von außergewöhnlichen Projekten, die in ganz Berlin stattfinden – also direkt dort, wo diese ›best-practice‹-Beispiele beheimatet sind. Und schließlich wird es zahlreiche Vertiefungs-Seminare und Foren mit interessanten Referenten aus Kultur, Politik und Kirche geben. Bei dieser Veranstaltung findet sich wirklich das ›Who is Who?‹ der missionarischen Gemeindeentwicklung wieder. Jeder Teilnehmer hat also die Möglichkeit, sich sein Kongressprogramm je nach Interessenlage selbst zusammenstellen.

Zimmer: Aber nicht nur das Zusammenspiel von zentralen und dezentralen Programmelementen finde ich bemerkenswert. Es gibt auch ein breites Spektrum theologischer Ansatzpunkte und Vorgehensweisen, wenn es um das Verständnis und die Praxis von Evangelisation und Mission geht. Ich glaube, dass wir durch den Kongress auch zu einer größeren Einheit zusammenfinden, wenn es um die Vermittlung des Evangeliums in unsere Gesellschaft geht.

Berlin halt als pulsierende Großstadt ganz eigene Gegebenheiten. Kann man die Erfahrungen, die die Menschen dort in ihren Kirchen und Gemeinden machen, überhaupt auf eine kleine Landgemeinde übertragen? Sprich: Können die Kongressbesucher aus dem hessischen Hinterland von Großstadt­gemeinden lernen?

Zimmer: Ja, das können sie. Es geht ja nicht speziell um Großstadtgemeinden, sondern um Gesellschaftsentwicklungen und die Rahmen­bedingungen, unter denen die Weitergabe des Evangeliums geschieht. Ganz egal wo.

Selbst vor dem hessischen Hinterland, dem frommen Erzgebirge oder der schwäbischen Alb macht die kulturelle und religiöse Entwicklung unserer Gesellschaft nicht Halt – auch wenn sie sich nirgendwo sonst so konzentriert und ungeschminkt zeigt wie in Berlin. Es liegt an den Teilnehmenden, ob sie das Gehörte und Erlebte aus der Metropole in die eigene Situation transformieren wollen. Diesen Übertragungs-Prozess kann kein Kongress-Veranstalter leisten, das ist immer Aufgabe der Teilnehmenden. Unser Appell ist darum, dass DYNAMISSIO unbedingt ein ›lokales Nachspiel‹ haben sollte.

Rund die Hälfte des Kongresses findet dezentral in etwa 100 Foren, Seminaren und Projekten in ganz Berlin statt. Findet sich ein Nicht-Großstädter da zurecht?

Zimmer: Aber klar! Die meisten Veranstaltungsorte liegen in einem Umfeld, das vom Velodrom aus gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar ist. Das BVG-Ticket ist im Teilnehmerticket übrigens enthalten. Jeder Teilnehmer erhält vorab alle nötigen Unterlagen, sodass er oder sie sich schon im Vorfeld mit dem Programm beschäftigen kann. Und natürlich haben wir ein kompetentes Kongress- Büro, das für alle noch offenen Fragen mit Rat und Tat zur Seite steht.

Was können die Menschen von DYNAMISSIO erwarten – was werden sie mit nach Hause nehmen können?

Eggers: Missionarisch wirkende Gemeinden und persönliche Evangelisation sind vielen Leuten ein Anliegen – aber jeder von uns weiß auch, wie sehr der gute Wille oftmals auf der Strecke bleibt. Darum brauchen wir alle immer wieder neue Motivation und begeisternde Ideen. DYNAMISSIO wird durch viele Begegnungen und ebenso viel Ermutigung dazu beitragen, dass wir persönlich und als gesamte Gemeinde am Ball bleiben.

Zimmer: Hinzu kommt, dass DYNAMISSIO so facettenreich ist. Das Spektrum der Themen ist so groß, dass für jeden Einzelnen wertvolle Impulse dabei sein werden und der eigene Horizont gehörig erweitert werden kann. Was die Besucher am Ende mitnehmen werden, hängt davon ab, wie offen und interessiert sie auf die Angebote zugehen und wie sie sich auf die besondere Berliner Entdeckungsreise einlassen. Doch nur wer sich rechtzeitig anmeldet, wird ›schmecken und genießen‹. Ein solches ›Menü‹ wird vielleicht nur ein Mal in zwanzig Jahren aufgetischt.

 Zurück zur Übersicht
Share